KREATIVITÄT UND LEIDENSCHAFT – SEIT 125 JAHREN

 

Unsere Tradition glänzt wie Gold: Frischknecht Juwelier besteht seit 125 Jahren. Unser Unternehmen ist das älteste Uhren- und Schmuckgeschäft in St. Gallen, das stets in Familienhand geblieben ist. Erleben Sie die Jubiläumsgeschichte!


Teil 2 – 1900 - 1919:
Neue Formen, grosser Krieg und eine Milliardenschuld.

 

Es kamen schöne und schwere Zeiten für Jungunternehmer Ferdinand Frischknecht. Zum einen war da der Jugendstil mit geschwungenen Linien, floralen Formen und flächigen Ornamenten. Das 1894 gegründete Goldschmiede-Atelier Frischknecht florierte.

 

Ornament

 

Die neue Formensprache beflügelte Künstler und Handwerker, Goldschmiede und Architekten. Der Jugendstil brachte in der damaligen Textilweltstadt St. Gallen grossartige bauliche Monumente hervor, so auch die Häuser am Marktplatz 18 und 20, in denen das Unternehmen Frischknecht heute seinen Sitz hat. 1911 kaufte Ferdinand Frischknecht die Liegenschaft Marktplatz 20 in bar.

Doch da war auch der Erste Weltkrieg. Ferdinand, unterdessen Vater von vier Söhnen und 47 Jahre alt, musste einen Bahnübergang im Westen der Stadt bewachen. Seine Frau Susette kümmerte sich um das Geschäft. Ernst, der Zweitälteste, der Jahre später das Geschäft übernahm, hielt seine Erinnerungen schriftlich fest: «Die Rationierungskarten reichten nirgends hin. Vier Buben essen grosse Mengen. Wir waren imstande, drei bis vier Stunden zu irgendeinem Vetter auf dem Lande zu wandern, in der Hoffnung, dort wieder einmal den Magen füllen zu können.»

Ernst wurde Goldschmied wie sein Vater. Nach dem Krieg absolvierte er seine Lehr- und Wanderjahre in Bern, Genf und Pforzheim. Ein Mittagessen im deutschen Pforzheim kostete aufgrund der damaligen Geldentwertung zeitweise 600 Milliarden Mark. Und so kam es, dass Ernst der Deutschen Bundesbahn eine Milliarde Mark schuldete, weil er unbefugt ein Bahngleis überquert hatte. Er hat die Busse nie beglichen.

 


Teil 1 – 1894:
So begann die 125-jährige Geschäftsgeschichte.

 

Juweliergeschäft 1894
«Ferd. Frischknecht» steht auf dem Stechschild am rechten Bildrand:
Juwelier Frischknecht hatte seinen ersten Standort an der Neugasse.
(Bild: Kantonsbibliothek St. Gallen, VadSlg Zumbühl 40)

 

Es war Anfang der Achtzigerjahre des vorletzten Jahrhunderts. Deutschland war noch ein Kaiserreich, und über den Gotthard fuhren noch Postkutschen. In Herisau ging ein junger Mann durch die Gassen. Dabei entdeckte er einen Goldschmied, und zu ihm kehrte er in den folgenden Tagen und Monaten immer wieder zurück. Der junge Mann namens Ferdinand, 1867 in eine Arztfamilie geboren, war fasziniert, wie der Goldschmied Ringe und Broschen kreierte, wie er Gold und Silber zu Ketten formte. Schliesslich liess sich Ferdinand in St.Gallen zum Goldschmied ausbilden.

1894 – nach Wanderjahren, die ihn nach Zürich, Pforzheim, Lugano und Biel gebracht hatten – gründete Ferdinand Frischknecht in St.Gallen seine eigene Goldschmiede. An der Neugasse hatte er passende Räume gefunden. Heute steht dort der Hauptsitz der Bank acrevis. Eine historische Aufnahme der Neugasse ist erhalten geblieben. Auch ein Bild von Ferdinand Frischknecht existiert. Es zeigt ihn im vorgerückten Alter – er ist 99 geworden.

Ferdinand Frischknecht
Unternehmensgründer Ferdinand Frischknecht 1957 im Alter von 90 Jahren.
(Bild: privat)

Noch mit 80 Jahren übrigens soll Ferdinand Frischknecht im Goldschmiede- Atelier Schmuck hergestellt haben. Geschäft und Atelier bestehen unterdessen seit 125 Jahren. Das Unternehmen ist das älteste Uhren- und Schmuckgeschäft in St.Gallen, das stets in Familienhand geblieben ist. Heute führt es Katharina Frischknecht Stettler – als Urenkelin von Ferdinand vertritt sie die vierte Generation.


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